Kernenergie

From Torben's Wiki
Jump to navigationJump to search


Versuch der Sammlung von Fakten, nicht Meinungen zur umstrittenen Kernenergie

TODO

  • mehr fällt mir grad nicht ein


Ist Stand in DE, 2009

Quellen: [1] [2]

  • 17 kommerziell betriebene AKW im Betrieb (Stand 2010)
  • Baubeginn dieser war 1970-1982, Bauzeit: 5-10 Jahre
  • Bruttoleistung= 22.517 MWe
  • Beitrag zum Strommix (2009)
    • AKW Produktion ~ 134.5 Mrd kWh (1 Mrd kWh = 1 TWh)
    • DE Bruttostromverbrauch: 617,5 Mrd kWh
    • -> 21.8% Atomstrom in 2009
    • Heutiger Preis von Atomstrom: etwa 4 ct/kWh

Vergleiche

Zahlen zur Produktion [3]

  • Kohle (Braun+Stein) 41.4%
  • Gas 77 Mrd kWh -> 12.5%
  • Wind 37.5 Mrd kWh -> 6.1%
  • Photovoltaik 6.0 Mrd kWh -> 1.0%


Zahlen zum Neubau

Kosten eines AKW auf heutigem Stand in Europa

  • 3. Block des AKW in Olkiluoto (Finnland): 1.6 GW, viele Verzögerungen, Kosten explodiert: von 3 Mrd € auf mindestens 5,5 Mrd €
  • 1.6 GW bei vollen 8760 h/Jahr -> 14.016 Mrd KWh/Jahr (80-90% sollten bei neuen AKW locker drin sein)
  • Randbemerkung: während der 3. Block noch immer im Bau ist, wird schon ein 4. Block geplant


Wieviel Strom (kWh/Jahr) krieg ich für 5 Mrd Euro?

hier ein paar ganze einfache Milchmädchenrechnungen. Annahmen:

  • ohne Beachtung der benötigten Speicher für Erneuerbare Energien
  • ohne Alterung+Reparaturen
  • Laufzeit AKW und Alternative gleich lang, so dass Jahresproduktion verglichen werden kann
  • Brennstoffkosten und Betriebskosten bei AKW vernachlässigt, da relativ gering im Vergleich zu Baukosten

AKW

  • 1.6 GW, zu 5 Mrd € + Betriebskosten
  • ohne Unterbrechung 8760h -> 14 Mrd KWh/Jahr

Photovoltaik

  • Systempreis von 3000€/kWp sollte drin sein [4] (Mittel von 2010 war 2740 € / kWp. [5])
  • 5 Mrd € -> 1.67 Mill kWp (= 1.67 GW)
  • kWp -> kWh in Dresden: 900 kWh/kWp (=10.3% von 8760h)
    -> 1.5 Mrd kWh (=1.5 TWh)
  • Fläche: 30 kWp = 200m² -> 1.67 Mill kWp = 11 Mill m² = 11 km² ~ 3km x 3.5km

Kosten: 1.5 Mrd kWh gegenüber 14 Mrd kWh beim 1.6GW AKW ziemlich schlecht, insbesondere wenn man noch die nötigen Speicher hinzu rechnet...
Pluspunkt: liefern tagsüber Strom

Wind

  • Ertrag: 2009: 26 GW installiert, 37.5 Mrd kWh produziert -> 26 Mill kW vs 37500 Mill kWh -> 1442 kWh/kW (=16.5% von 8760h)
  • Kosten: 1000€/kW [6]
  • 5 Mrd € -> 5 Mill kW (=5GW) = 2500 Anlagen a 2 MW
  • 5 Mill kW bei 1442 kWh/kW -> 7.2 Mrd kWh
  • 1442 Volllaststunden pro Jahr scheint zu wenig zu sein, Fehlerquelle: neu installierte Anlangen in 2009 wurden mitgezählt.

Radioaktiver Abfall

Wieviel Abfall produziert ein AKW pro Jahr?

HR: Eine Reaktorbeladung eines 1.6 GW EPR umfasst 125 t, davon wird ein Drittel jährlich ausgetauscht.
-> 1.6 GW Anlage (=14 Mrd kWh) erzeugt somit 41.67 t Abfall pro Jahr. -> 3t / 1 Mrd kWh
Sollte auch bei älteren Druckwasserreaktoren so ausfallen, da sich der Wirkungsgrad der Kernspaltung nicht mehr geändert hat.

Die 134.5 Mrd kWh Atomstrom von 2009 sollten somit 400 t radioaktiven Abfalls produziert haben. Davon sind 3-5% hochradioaktiv und müssen besonders lange (~1000 Jahre bis das Niveau von natürlichem Uran erreicht ist) sicher gelagert werden, also 20t, was an sich erst mal überraschend wenig klingt! Das sind 0.25 g pro Einwohner und Jahr bei unseren jetzigem Strommix.

Wie lange muss hoch radioaktiver Abfall gelagert werden?

David MacKay schreibt in seinem schönen freien Buch Sustainable Energy – without the hot air folgendes

  • UK: 10 Reaktoren produzieren heute 0.84 L/Einwohner/Jahr radioaktiven Abfall
  • 7% ist mittel-, 3% ist hoch radioaktiv
  • Hochradioaktiver Abfall ist nach 1000 Jahren auf dem Niveau von Uranerz
  • Volumengrößeenordnung: Bruchteil von 1000m x 1000m x 1m

Müll in den Schlagzeilen

Durch die Weltweit ungeklärte Endlagerfrage ist viel Scheiße mit dem Müll passiert. Viele Erschreckende Beispiele sind z.B. bei Wikipedia zu finden. Die Quellen habe ich nicht weiter geprüft. IOm folgenden wird nicht zwischen schwach und stark radioaktivem Abfall unterschieden (vermutlich weil früher nicht getrennt), daher die großen Zahlen.

Müll in den Weltmeeren

Bis 1994 wurden 100000 t radioaktiven Mülls "legal" in den Meeren "entsorgt", Deutscher Anteil: einige hundert Tonnen. [7]

Was macht deutscher Müll in Sibirien???

... Jetzt stellt sich heraus: Auch aus Deutschland gelangten Tausende Tonnen radioaktiven Materials nach Sibirien. Und damit nicht genug, inzwischen wird Alt-Atommaterial auf gleiche Weise in Gronau in Westfalen gelagert. ... [8]

Müll der EU Länder soll in der EU bleiben

... Die EU erteilt dem Bericht zufolge auch Überlegungen einzelner Mitgliedsländer eine Absage, Atommüll etwa in Russland zu entsorgen. Export und Lagerung europäischer Brennstoffabfälle außerhalb der EU sollten unterbunden werden. Zur Begründung heißt es demnach in dem Papier, die Einhaltung der Sicherheitsstandards jenseits der Grenzen sei nicht zu kontrollieren.... [9]

Italienische Mafia hat wohl doch keinen radioaktiven Müll im Mittelmeer versenkt

[10] Bei Wikipedia steht das anders... [11]

Uranabbau

Uranabbau in 3. Welt-Ländern ist alles andere als sauber z.B. in Niger


Katastrophe von Tschernobyl

  • Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte die Reaktorkatastrophe 1986 vermutlich zwischen 14000 und 17000 Tote durch Folgen der Bestrahlung zur Folge [12]
  • Andere Quellen sprechen von 4000 Toten [13]
  • Sicher ist, dass 28 Menschen unmittelbar nach dem Unglück aufgrund von akuter Strahlenkrankheit verstorben sind. [14]
  • 1987-2000 wurden die verbleibenden 3 Blöcke weiter betrieben! [15]


Systemkonflikt: Kernenergie-Erneuerbare?

geschrieben von Carsten Knoll, Quelle: Auszüge aus der öffentlichen Anhörung des "Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit"

KE-Befürworter: Es gibt keinen Systemkonflikt, weil:

  • AKW lassen sich schnell regeln (5% der Nennleistung pro Minute (Quelle:?))
  • Das ist schneller als Kohle
  • In Frankreich (sehr hoher KE-Anteil) müssen zwangsläufig AKW im Lastfolgebetrieb gefahren werden. -> "gute Erfahrungen gemacht"

KE-Gegner: Es gibt Konflikt, weil:

  • AKW lassen sich nur langsam regeln (stimmt wohl so nicht)
  • AKW können nicht unter ca. 50% Last fahren. Wiederanfahrzeiten: einige Tage -> Es ist absehbar, dass in Spitzenzeiten EE den Bedarf alleine decken. Der Fall könnte bis zu hundert mal im Jahr vorkommen

(hängt vom Ausbauszenario ab)-> AKW obsolet

  • AKW die nicht voll ausgelastet fahren, sind nicht so wirtschaftlich.
  • Lastfolgebetrieb erhöht Verschleiß -> unwirtschaftlich und evtl. sicherheitsrelevant (?)
  • AKW-Betreiber könnten aus diesen Gründen politisch Druck machen um EE-Einspeise-Vorrang zu kippen.
  • AKW die nicht auf Volllast fahren bleiben länger am Netz, weil ja per Gesetz nicht die Laufzeit verlängert sondern die "Strommenge" erhöht wird.