Film Yellow Cake

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Der Film Yellow Cake (2010) über Uranminen hat einige Aha-Momente bereitet, die ich hier mal niederschreiben will

  • Was mich total umgehauen hat: Meine Dresdner Laufstrecke führt über das Gelände einer ehemaligen Uranmine und Lagerstätte! (Dresden Coschütz/Gittersee) Hatte mich schon gefragt, was das für ein Gebiet ist, dass da seit 2 Jahren begrünt wird.
  • Die "Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft" Wismut hat in der DDR (in Thüringen & Sachsen) Uran im ganz großen Stil abgebaut. z.B. war in Thüringen zeitweilig die weltweit größte Uranmine der Welt in Betrieb. Alles unter großer Geheimhaltung, weil primär für Kernwaffen. Arbeitsschutz und Aufklärung der Arbeiter wurden natürlich nicht allzu groß geschrieben.
    • Bis einschließlich 1990 wurden durch die SAG/SDAG Wismut 231.400 t Uran produziert. Damit lieferte die DDR etwa ein Drittel des im sowjetischen Einflussbereiches geförderten Uran bis 1990
  • Gestein enthält aber nur ~ 0.1% Uran, was zu gigantischen (leicht radioaktiven) Schotterhalden führt
  • Seit 1990 versucht man sich an dem Rückbau, was eigentlich nur heißt, dass man die zu Tage geförderten radioaktiven Gesteine und Schlämme an Ort und Stelle binden will.
  • Etwas kurz gekommen ist meiner Ansicht nach der Vergleich "normale" Mine - Uranmine, denn minen (grade Tagebau) ist immer ein dreckiges Geschäft mit großem Eingriff in die Natur, und es werden meist böse Chemikalien verwendet.
  • Im Film werden Namibische Tagebau-Minenarbeiter gezeigt, die mit großen Lastern den ganzen Tag uranhaltiges Gestein fahren und den Staub einartmen und auch das Wort Strahlendosis nie gehört haben. In der Diskussion hinterher meine einer der Experten, dass diese Belastung gar nicht so hoch ist, wie vom Kinozuschauer gedacht, sondern nur etwa doppelt so hoch wie die natürliche Strahlungsdosis. Nicht schön, aber vermutlich weniger gefährlich als andere Jobs.
  • Es gibt übrigens Stimmen, die für eine Reaktivierung des Uranabbaus in Thürignen sind.

Der Film ist auf alle Fälle lohnenswert, insbesondere wegen des Teils über die DDR Hinterlassenschaft und der Erkenntnis, dass Minen immer ein verdammt dreckiges Geschäft sind.